Untersuchung von Staubproben

Verdünnungsuntersuchung / Suspensionsmethode

SV Siebung, Feinstaubanteil < 63 µm , Verdünnung, Kultivierung, Identifizierung, Zählung, Ergebnis qualitativ und quantitativ [KBE/g]
SV-Basic Einzelplatten je Verdünnungsstufe und Nährmedium
SV-Doppelt Zwei parallele Platten je Verdünnungsstufe und Nährmedium
SV 1 Schimmelpilze (auf MEA und DG18) 25 °C
SV 2 Schimmelpilze (auf MEA) 36 °C
SV 3 Bakterien (auf CASO) 25 °C
SV 1+2 Standard: Schimmelpilze bei 25 °C und 36 °C
Bearbeitung Die Probenaufbereitung erfolgt in der Regel durch Siebung. Für die Analyse wird nur der Feinstaubanteil (Fraktion <  63 µm) eingesetzt. Der Feinstaubanteil wird suspendiert und von dieser Ausgangssuspension eine Verdünnungsreihe in Zehnerschritten hergestellt. Es werden mindestens vier Verdünnungsstufen auf Einzelpatten oder auf Parallelen ausplattiert. Aus den Verdünnungsstufen wird die Suspension auf zwei verschiedene Nährmedien für Pilze (MEA, DG18) und, wenn gewünscht, zusätzlich auf ein Bakterienmedium (CASO) ausgestrichen und bei 25 °C oder 36 °C inkubiert. Die Inkubationszeit beträgt bei 25 °C bis zu 14 Tage, bei 36 °C bis zu vier Tage.
Auswertung Schimmelpilze, Bakterien und Hefen werden in den optimalen Verdünnungsstufen gezählt und die Originalkonzentration berechnet. Die Angabe der Ergebnisse erfolgt in KBE pro Gramm Feinstaub bzw. Staub, wenn Originalstaub eingesetzt wurde. Bei Schimmelpilzen erfolgt die Angabe der KBE je Gattung bzw. Art. Werden keine zusätzlichen Anforderungen gestellt, erfolgt eine standardmäßige Differenzierung der Kolonien. Bei Zwischenauswertungen wird die Entwicklung des Koloniewachstums verfolgt, um auch Kolonien zu erfassen, deren Entwicklung später durch andere Arten gehemmt wird.
Besonderheiten Die Siebung kann nicht erfolgen, wenn zu geringe Probenmengen vorliegen oder ein zu geringer Feinstaubanteil absehbar ist. Dann wird die gesamte Probe (ohne Siebung) eingesetzt. Grobe Anteile wie Büroklammern u. ä. werden vor der Bearbeitung entfernt.
Bewertung Die Bewertung der Einzelprobe erfolgt auf der Grundlage von Bewertungskriterien des UBA (Veröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt 1/2005), die in der Anlage des Berichts beigefügt ist, und selbst vorgenommen werden kann. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung der Belastung mit Schimmelpilzen im Vergleich zu Hintergrundwerten (unbelastete Innenräume) aber nicht um eine Beurteilung der Gesundheitsrelevanz.

Als Zusatzleistung liefern wir eine schriftliche Beurteilung der Gesamtheit der Labordaten eines Auftrages hinsichtlich Befallsstärke, Gesundheitsrelevanz der festgestellten Mikroorganismen und zu allgemeinen Sanierungsempfehlungen.

Eilservice Ein Eilservice ist bei dieser Methode nicht möglich, da die notwendige Inkubationszeit nicht unterschritten werden kann.
Verpackung und Versand Die Staubproben einzeln in gut verschlossenen und beschrifteten Behältern bzw. Probentüten möglichst sofort nach Probenahme einsenden.

Sammlung von Staubproben

Vor der Entnahme von Staubproben sollten die Räume mindestens sieben Tage lang nicht gereinigt werden (kein Staubsaugen, Wischen etc.). Die Sammlung von Hausstaub erfolgt in der Regel durch Absaugen von textilen Bodenbelägen. Glatte Fußböden eignen sich nicht zur Staubsammlung, da die erfassbare Staubmenge zu gering ist.

Die Probenahme erfolgt fachgerecht auf Planfiltern (ALK-Filter) mit einem speziellen Filterhalter, der auf das Staubsaugerrohr aufgesetzt oder an eine Pumpe angeschlossen wird. Eine Ausleihe dieser Filterhalter ist bei der Umweltmykologie möglich.

Die Untersuchung von Staub aus gängigen Staubsaugerbeuteln muss als Notlösung angesehen werden. In diesem Fall sollte ein fabrikneuer Papierstaubsaugerbeutel eingesetzt werden. Bei der Verwendung von Staubsaugerbeuteln müssen wesentlich größere Staubmengen gewonnen werden (größere Flächen absaugen), da nur eine Teilmenge des Staubes aus den Beuteln herausgelöst werden kann. Bitte keine Allergiker-Staubsaugerbeutel verwenden.