Allgemeine Randbedingungen für Raumluftuntersuchungen

Voraussetzungen:

  • In dem zu untersuchenden Raum sollten 8-12 Stunden vor der Messung die Fenster und Türen geschlossen bleiben, sodass das aktuelle Keimspektrum im Innenraum nicht zu stark durch die Außenluft beeinflusst wird.
  • Vor der letzten Lüftung sollten mögliche zusätzliche Schimmelpilzquellen wie Mülleimer, Obst u. ä. entfernt werden.
  • Haustiere können ebenfalls Sporenquellen darstellen. Sie sind ebenfalls vor der letzten Lüftung in andere Räume zu bringen.

Durchführung allgemein:

  • Wir empfehlen, den Luftkeimsammler bzw. Partikelsammler in Raummitte in Höhe von ca. 1,20 m zu installieren. Desinfizieren Sie das Gerät vor der Probenahme und zwischen verschiedenen Messstellen.
  • Zur Absicherung der Ergebnisse sollten Parallelmessungen vorgenommen werden, insbesondere bei Kurzzeitmessungen (d. h. mindestens zwei MEA-Agar und zwei DG18-Agar je Messstelle).
  • Die Aktivität vor und während der Beprobung im Raum sowie die Anzahl anwesender Personen beeinflussen das Ergebnis. Deshalb sollten Sie diese Bedingungen protokollieren.
  • Die Kombination von Probenahmen unter ruhigen und anschließend aktiven Bedingungen kann den Unterschied zwischen aktueller und potentieller Belastung der Raumluft aufzeigen.
  • Eine Referenzbeprobung sollte immer in der Außenluft (möglichst auf der dem Wind zugewandten Gebäudeseite) vorgenommen werden. Dabei ist das nähere Umfeld hinsichtlich Mülltonnen, Kompostierungsanlagen etc. zu prüfen, um den Einfluss starker Sporenquellen zu vermeiden.
  • Weitere Probenahmen (wie die von Staub oder anderen Materialien) sollten erst nach der Raumluftbeprobung vorgenommen werden. Die dabei freigesetzten Stäube können das Ergebnis der Raumluftuntersuchung verfälschen. 

 

Luftkeimsammlung auf Nährmedien

Luftprobe auf DG18-Agar

Die Pilznährmedien Malzextrakt-Agar und DG18-Agar sollten parallel verwendet werden, um ein breiteres Schimmelpilzspektrum zu erfassen. Für Bakterien ist CASO-Nähragar geeignet. Zur gezielten Erfassung fakultativ pathogener Keime kann zusätzlich Malzextrakt-Agar zur 36°C-Inkubation beaufschlagt werden. Zur Absicherung der Ergebnisse sind generell zwei Parallelen je Medium sinnvoll.

Bitte auf das Verfallsdatum bzw. auf bereits eingetrocknete Nährmedien achten.

Als Probevolumen wird 100 l als Standard empfohlen. Je nach Belastungsgrad können 50 l oder 200 l gewählt werden. Platten für die 36°C-Inkubation können standardmäßig mit 200 l belegt werden. Bitte geben Sie immer das Probevolumen an, sowie auch den verwendeten Sammlertyp. Dies ist insbesondere bei Runddüsenimpaktoren notwendig, da sie sich durch die Anzahl der Düsen unterscheiden.

Beschriftung: Kurze Bezeichnung mit einem dünnen, wasserfesten Stift. Bitte keine Aufkleber verwenden, da sie bei der Auswertung stören.

 

Partikelsammlung zur Gesamtsporenbestimmung auf Objektträger

Holbach-Objektträger nach Anfärbung im Labor

Bei diesem Verfahren sind im Allgemeinen Luftvolumen von 200 l je Einzelprobe optimal. Bei sehr hohen Partikelkonzentrationen kann ein geringeres Probenvolumen z. B. 100 l sinnvoll sein. Die Partikelbelegung sollte visuell auf dem Objektträger geprüft werden. Zu dicht belegte Spuren auf dem Objektträger (z. B. durch Baustaub) sind möglicherweise nicht auswertbar. In diesem Fall sollte die Probenahme mit einem geringeren Volumen wiederholt werden.

Bitte beachten, dass auch Holbach-Objektträger ein Verfallsdatum besitzen. Die Kleberschicht verhärtet mit der Zeit.

Beschriftung: Auf der Versandhülle kann die Bezeichnung der Proben angegeben werden. Bitte geben Sie auch die Probevolumina an und beachten Sie, dass die Objektträgerbeschichtung nicht berührt wird. Beim Einlegen der Objektträger in die Versandhülle auf die richtige Orientierung achten, da andernfalls die Probe beschädigt wird. Die Beschichtung zeigt nach unten.

 

Luftproben auf Gelatinefilter

Gelatinefilter wird auf Nährmedium aufgebracht

Bei Kurzzeitmessungen werden Volumen von 100 l bis 200 l entnommen. Geben Sie im Auftrag bitte immer das Probenvolumen an. Es sind mehrere Filter notwendig, da diese direkt auf jeweils ein Nährmedium aufgelegt werden. Wir empfehlen mindestens zwei Filter für die Inkubation auf Malextrakt-Agar und DG18-Agar. Idealerweise werden die Filter direkt nach der Probenahme auf Nährmedien aufgelegt. 

Bei Langzeitmessungen werden Volumina bis zu 2 m³ entnommen. Dabei ist nur ein Filter notwendig, da dieser aufgelöst und von der Suspension eine Verdünnungreihe hergestellt wird. Je nach Auftrag wird die verdünnte Lösung auf verschiedene Pilz- und Bakterienmedien aufgebracht.

Verpackung und Beschriftung: Einzelne Filter entweder im Filterhalter belassen oder mit steriler Pinzette auf Alufolie auflegen und einschlagen. Filterhalter bzw. Verpackungsmaterial außen beschriften.