Schimmelpilzen, Hefen und Bakterien

Der mögliche Differenzierungsumfang bei den Routineuntersuchungen variiert je nach Art der Probe und gewählter Untersuchungsmethode. Die Artbestimmung von Schimmelpilzen ist im Zuge der Kultivierung erst nach einem bestimmten Entwicklungsfortschritt der Kolonien möglich. Bei Kultivierungen bei 25°C können bis zu 14 Tage notwendig sein, bis sich bestimmte morphologische Merkmale ausgeprägt haben.

 

Mikroskopisches Bild von Aspergillus versicolor

Schimmelpilze

Der nachfolgend beschriebene Differenzierungsumfang gilt für die standardmäßige Untersuchung der im Leistungsverzeichnis genannten Probenarten auf Schimmelpilze.

Mikroskopie: Bei der rein mikroskopischen Beurteilung von Proben werden im Allgemeinen nur Pilzgattungen oder -typen angegeben. Außerdem wird nach dem Vorhandensein von Myzel, Sporenträger oder Sporen unterschieden. Bei dieser Methode können auch nicht kultivierbare Pilze festgestellt werden.

Kultivierung: Die Kultivierungsmethoden (Anzüchtung) ermöglichen die Entwicklung von einzelnen Pilzkolonien auf Nährmedien, die dann weiter differenziert werden können. In der Routine werden Gattungen bestimmt. Besonders relevante Arten, wie Indikatororganismen für Feuchteschäden, fakultativ pathogene Pilze oder wichtige Toxinbildner werden bis zur Art identifiziert. Die Gattungs- bzw. Artenbestimmung erfolgt an Hand morphologischer Merkmale wie Sporenträger, Sporenarten und Sporenformen und mit Hilfe von Schlüsselsystemen aus der mykologischen Fachliteratur. Sind keine Merkmale ausgeprägt, d. h. es erfolgte keine Sporenbildung in der Laborkultur, werden die Kolonien als „steril“ bezeichnet und zahlenmäßig zusammengefasst. Bei den gängigen Probenarten erfassen wir über 50 verschiedene Schimmelpilzarten.

Weitergehende Identifizierung von Pilzarten: Artbestimmungen von Einzelkolonien oder eingesendeten Kulturen werden nach Isolierung auf Spezialmedien, mittels biochemischer Identifizierung und immer häufiger auch mittels PCR und Sequenzierung auf Anfrage durchgeführt und gesondert berechnet.

 

Hefen

Mikroskopie: Mikroskopisch sind Hefen auf Oberflächen je nach Probenmaterial nur unsicher erkennbar.

Kultivierung: Hefen können mittels Kultivierungsmethoden parallel zu den Schimmelpilzen erfasst werden. Hefen werden ohne Identifizierung angegeben. Eine Einteilung in rote (Rhodotorula-Arten) und weiße Hefen wird in der Regel vorgenommen.

Eine Identifizierung der Art von Einzelkolonien bzw. Kulturen ist auf Anfrage möglich und wird gesondert berechnet. Dabei werden Methoden der Isolierung auf Spezialmedien und der biochemischen Differenzierung angewendet. Zum Beispiel ist der Nachweis bzw. Ausschluss von Candida albicans möglich.

 

Selektivmedium für Coliforme Bakterien

Bakterien

Die Erfassung von Bakterien erfolgt nur bei den Kultivierungsmethoden. Bei starkem Befall können Bakterien auch im mikroskopischen Präparat erkannt werden. Eine Artenbestimmung ist dabei nicht möglich. Bakterien werden bei der Standardkultivierung auf einem Nährmedium nach Actinomyceten, Bacillus-Arten, thermophilen Bakterien und sonstigen Bakterien auf Grundlage morphologischer Eigenschaften und des Temperaturoptimums (25°C, 36°C oder 50°C) unterschieden.
Die Untersuchung auf thermophile Bakterien kann bei Materialproben oder bei Luftuntersuchungen im Bereich landwirtschaftlicher Betriebe notwendig sein. Bei der sogenannten „Farmerlunge“ führen Thermoactinomyceten zu einer allergischen Lungenerkrankung.

Weitergehende Identifizierungen von Bakterienarten werden auf Anfrage durchgeführt und gesondert berechnet. Dabei werden Methoden der Isolierung auf Selektivmedien mit anschließenden biochemischen Testverfahren angewendet.

Wir bieten routinemäßig die Bestimmung von E. coli und coliformen Bakterien z. B. in Materialproben aus Wasserschäden an. Hintergrund ist in diesem Fall die Fragestellung, ob Abwasser am Schaden beteiligt war und welche Auswirkungen dies auf die bakterielle Belastung des Materials hatte.

Bestimmung von E. coli und coliformen Bakterien in Materialproben

Nach einer Kultivierung von Proben auf einem Bakterienmedium bei 36°C werden die Kolonien auf Selektivmedien für coliforme Bakterien überimpft (Subkultur). Treten verdächtige Kolonien auf, können diese selektiert und mittels biochemischer Tests weiter identifiziert werden. Als Ergebnis wird die Anzahl nachgewiesener E. coli bzw. coliformer Keime angegeben.